Hallo ihr Lieben!

Einen Naked Cake wollte ich schon immer mal machen, weil er wahnsinnig Eindruck schindet und dabei relativ wenig Arbeit macht. Der Anlass war der 60te Hochzeitstag meiner Großeltern, die ich mit dieser Torte überrascht habe. Sie haben sich wirklich riesig darüber gefreut und außerdem hat es ihnen auch noch richtig gut geschmeckt. Nachdem ich euch dieses Prachtstück bereits vor ein paar Wochen auf meinen sozialen Kanälen präsentiert habe, folgt heute das Rezept dazu 😉

Meistens verteile ich mir solche Projekte auf mehrere Tage, da es das Ganze entzerrt und wesentlich entspannter macht. Dieses Mal waren es zwei Tage: am ersten Tag wurden die Böden gebacken und die Buttercreme hergestellt und am zweiten Tag wurden die Torten gefüllt, zusammengesetzt und verziert. Man kann die Deko aber auch locker am nächsten Tag machen und den Kuchen einfach komplett „nackt“ im Kühlschrank aufbewahren.

Für den großen Biskuit (28er Springform) benötigt ihr:

  • 6 Eier (Größe M)
  • 8g bzw. 1 Pck Vanillezucker
  • 220g Zucker
  • 280g Mehl
  • 2 gestrichener TL Backpulver

Für den kleinen Biskuit (20er Springform) benötigt ihr:

  • 3 Eier
  • 4g bzw. 1/2 Pck Vanillezucker
  • 110g Zucker
  • 140g Mehl
  • 1 gestrichener TL Backpulver

Die Zubereitung ist für beide Biskuits gleich. Macht sie bitte nacheinander, da beide Springformen nicht auf einmal in den Ofen passen und es wichtig ist, dass der Teig direkt abgebacken wird.

Zubereitung:

Als Erstes gebt ihr die Eier mit dem Zucker und dem Vanillezucker in eine große Rührschüssel. Dann lasst ihr alles mit dem Schneebesen 30 Minuten lang schlagen. Ich weiß, dass das sehr lange erscheint, aber das Ergebnis überzeugt wirklich. Dieser Biskuit ist der Hammer!
Während die Eimasse rührt, nehmt ihr euch eine weitere Schüssel und siebt darin das Mehl mit dem Backpulver zusammen. Außerdem müsst ihr die Springform vorbereiten. Ich reibe sie immer komplett mit einem in Öl getränkten Küchentuch aus und bedecke den Boden mit Backpapier. Anschließend heizt ihr den Backofen auf 175°C Hydrobacken (Ober-/Unterhitze) vor.
Nach der Rührzeit hebt ihr das Mehl-Backpulver-Gemisch vorsichtig von Hand mit einem Gummispatel unter. Dann füllt ihr den fertigen Teig direkt in die vorbereitete Springform um und schiebt sie in den Ofen. Der 28er Boden braucht circa 45 Minuten und der 20er circa 30 Minuten. Stäbchenprobe nicht vergessen!

Besonders wichtig beim Biskuit ist, dass die Ofentüre unbedingt geschlossen bleibt und das für mindestens 20 Minuten. Ansonsten fällt euch der Kuchen zusammen! Nach der Backzeit holt ihr die Böden heraus und lasst sie ein paar Minuten abkühlen. Dann löst ihr sie mit einem dünnen Messer vom Rand und löst sie aus der Form. Anschließend legt ihr sie Kopfüber auf ein mit Backpapier belegtes Kuchengitter und lasst sie vollständig auskühlen.

Weiter geht es mit der Buttercreme und der Tortenfüllung.

Für die Buttercreme benötigt ihr:

  • 500g Butter
  • 400g Puderzucker
  • 1 Vanilleschote
  • evtl. etwas Vanillearoma

Für die Füllung benötigt ihr:

Zubereitung:

Das Wichtigste ist es die Butter rechtzeitig aus dem Kühlschrank zu nehmen, damit sie Zimmertemperatur annehmen kann. Als Erstes schlagt ihr die weiche Butter kurz auf. Dann gebt ihr Stück für Stück den gesiebten Puderzucker dazu und lasst sie weiter schlagen, bis die Butter schön weiß ist. In der Zwischenzeit schneidet ihr eine Vanilleschote auf und kratzt das Mark heraus. Gebt das Mark zur Buttercreme und lasst sie schlagen, bis es sich gut verteilt hat. Jetzt müsst ihr probieren und dann eventuell noch mit etwas Aroma nachhelfen. Die Buttercreme sollte eine dezente Vanillenote haben. Ihr könnt sie jetzt einfach bis zum nächsten Tag kalt stellen, aber vergesst nicht sie rechtzeitig wieder aus dem Kühlschrank zu holen 😉

Zum Füllen der Torte werden zunächst beide Böden zweimal durchgeschnitten. Dadurch ergibt sich jeweils ein Boden, ein Mittelstück und ein Deckel. Diese werden als Erstes alle dünn mit Buttercreme bestrichen. Dann bringt man auf den Boden und das Mittelstück mit dem Spritzbeutel eine Ring aus Buttercreme auf. Dieser sollte ganz am Rand liegen, dick und lückenlos sein. Anschließend kann man innerhalb dieser Ringe jeweils die Hälfte der Konfitüre verteilen- Aprikose für den kleinen Biskuit und Himbeere für den Großen. Wenn das erledigt ist, werden die einzelnen Torten zusammengesetzt und separat kalt gestellt.

Nach der Kühlzeit kann die Torte als Ganzes zusammengesetzt und eingestrichen werden. Hierfür muss man eine kleine Unterkonstruktion bauen. Ich nehme dazu ein Cakeboard, das unter die kleinere Torte passt und ein paar dicke Strohhalme. Das Cakeboard lege ich mittig auf die große Torte auf und zeichne mit einem Zahnstocher eine dünne Linie darum. Dann nehme ich es wieder ab und versenke fünf passend abgeschnittene Strohhalme innerhalb dieser Linie. Ich versuche dabei einen möglichst gleichen Abstand zu halten- sowohl zur Linie als auch zum nächsten Strohhalm. Zum Schluss versenke ich noch einen Strohhalm im Kreismittelpunkt und setze dann das Cakeboard und die kleine Torte oben drauf.

Jetzt kann man die Torte im Ganzen einstreichen. Ein drehbarer Teller, rechteckige Teigkarte, eine kleine und eine große Kuchenpalette sind dabei sehr nützliche Helfer. Auch wenn die Buttercremeschicht bei einem Naked Cake am Ende nur sehr dünn sein soll, ist es hilfreich zunächst relativ viel Buttercreme aufzubringen und diese dann wieder abzunehmen. Ich benutze für die waagrechten Flächen am liebsten die Kuchenpaletten und für die Senkrechten die Teigkarte. Wenn ihr mit dem Ergebnis zufrieden seid, stellt ihr die Torte erneut kalt, da sie sich gekühlt viel leichter und vor allem unfallfrei auf die endgültige Tortenplatte transportieren lässt 😉

Nachdem sie dort angelangt ist, könnt ihr sie nun auch endlich dekorieren!

Für die Dekoration benötigt ihr:

  • frische Blumen nach Belieben
  • frisches Obst

Ich habe hier Rosen, eine Art Schleierkraut und eine Hortensienblüte verwendet. Die Stiele der Blumen werden einfach auf eine passende Länge gekürzt und dann unbedingt mit Frischhalte- oder Alufolie eingewickelt. Ihr wollt nicht, dass der Saft in eure Torte läuft. Ich habe die Stängel dann zusätzlich noch in Strohhalme gesteckt und die Blüten so in der Torte befestigt. Das hat sehr gut funktioniert und lässt sich vor dem Essen auch ganz einfach entfernen.

Beim Obst habe ich mich für Aprikosen, Brombeeren, Himbeeren und Johannisbeeren entschieden. Die Aprikosen habe ich in schmale Spalte geschnitten. Die Brombeeren und Himbeeren habe ich entweder im Ganzen oder halbiert benutzt und die Johannisbeeren habe ich teilweise am Stiel gelassen oder einzeln verteilt, um kleine Lücken zu füllen.

Da die Torte bei mir ja etwas mit Hochzeit zu tun hatte, durfte natürlich die Mr&Mrs-Wimpelkette nicht fehlen. Generell ist bei so einer Torte aber alles erlaubt, was euch gefällt. Sehr hübsch finde ich zum Beispiel auch unterschiedliche bunte Baisertupfen, Blattgold und Wunderkerzen. Lasst einfach eurer Fantasie freien Lauf und tobt euch kreativ aus 😉

 

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Eure Steffi

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